3. November - 31. Dezember 2011
Wir freuen uns über die 5. Einzelausstellung von Christopher Wool in der Galerie Capitain mit vier großen Bildern und drei Zeichnungen.
Das, was zunächst als übergroße malerische Geste erscheint, ist ein Siebdruckverfahren, dessen einzelne Elemente in den Bildern wiederholt verwendet werden. Die neuen Bilder erinnern zunächst an überdimensionierte Rorschach-Tests, die großen, non-chalanten Formen, deren Konturen unklar bleiben, wirken wie aufgeblasene Flecken.
Die Siebdruck Elemente basieren auf Fotos von früheren kleinformatigen Zeichnungen, die im Computer überarbeitet und dann in extremer Vergrößerung ausgedruckt wurden, so dass die Bildpunkte in unterschiedlicher Größe sichtbar werden. Diese aufgeblasenen Bilder werden bearbeitet und digital mit anderen Motiven kombiniert. Jegliche Farbe wird aus diesen Bildern herausgefiltert und auf eine Grauskala reduziert. Die einzelnen Siebdruckelemente werden zusammengefügt und übereinander gedruckt, so dass Verschiebungen der gleichen Elemente entstehen. Flächen mit unterschiedlich großen Bildpunkten überlagern sich und teilweise wird wieder Farbe eingesetzt. Die Abfolge der einzelnen Schritte kann in der Endfassung nicht mehr nachvollzogen werden.
Die gleichen Motive wurden auch für die Zeichnungen verwendet, im Gegensatz zu den Gemälden werden die Zeichnungen aber in mehreren Schichten handbearbeitet. Farbe wird auf das gedruckte Motiv gegossen, eine weitere Farbe kann als Monoprint hinzukommen, auch hier entstehen keine klaren Konturen, die einzelnen Bildflächen verschwimmen und behindern einander. Die Farbschichten sind dick und glänzen, teilweise erkennt man, dass der Lack sich beim Trocknen zusammengezogen hat und so eine weitere Struktur hinzufügt.
Die neuen Arbeiten von Christopher Wool sind abstrakte Gemälde, auf denen mit Hilfe verschiedener digitaler Techniken der individuelle Gestus eliminiert wird, um schließlich durch die analoge Technik Siebdruck und das damit verbundene 'Handanlegen' und die dabei zugelassenen Ungenauigkeiten das Subjektive wieder in die Bilder rückzuführen.