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Sep 05 - Nov 07, 2009

John Stezaker (* 1949, lebt und arbeitet in London) arbeitet seit den 1970er Jahren mit vorgefundenem Material und erstellt Collagen aus Filmstills, Katalog- oder Buchseiten, Enzyklopädien, Katalogen, Post- oder Autogrammkarten.

 

Die Arbeiten Stezakers scheinen zunächst vermeintlich einfach zu entschlüsseln und aufzulösen zu sein, jedoch werden ganz subtil Sehgewohnheiten in Frage gestellt und gleichzeitig wird die beim Betrachter automatisch ablaufende Bemühung um Zusammenfügung und Vervollständigung des Gesehenen unterlaufen.

Neugier, Verwunderung und Faszination wandeln sich ob der visuellen Fallen so bisweilen zu Irritation bis hin zu Befremdung und Beklemmung.

Ursprüngliche Narrationsstränge lösen sich auf um dann wieder miteinander verwoben zu werden, Linien und Konturen werden fortgeführt oder gehen ineinander über, teilweise setzen sich Formen in der nächsten Bildebene fort und erhalten dadurch eine neue, surreale Bedeutung.

Andere Teile werden weiter gedacht und formal oder auch inhaltlich interpretiert - an anderer Stelle aber widersprechen und zerschneiden sie sich gegenseitig. Gerade diese auf die Spitze getriebene Ambivalenz von Konkurrenz und gegenseitiger Verstärkung macht die Collagen Stezakers zu einer intellektuellen und optischen Herausforderung.

In seiner Ausstellung in der Galerie Gisela Capitain sind darüber hinaus auch frühe siebbedruckte Leinwände zu sehen. Diese zwischen 1975 und 1990 entstandenen Arbeiten werden zum ersten Mal seit 20 Jahren gezeigt und lassen Stezakers Auseinandersetzung mit den Instrumentarien des Modernismus erkennen.

Zwei Leinwände aus dieser Zeit, auf denen jeweils ein weißes, sphärisches Rechteck auf schwarzem Grund dargestellt ist fungieren als formale Verknüpfung zwischen den Leinwänden und den Collagen: die Leerstellen werden zu Projektionsflächen für Wünsche und Imaginationen.

 

 

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