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Mar 07 - Apr 11, 2009
Superfly


Maria Brunners aktuelle Ausstellung „Superfly“ in der Galerie Gisela Capitain zeigt Ölbilder in zwei gegensätzlichen Formaten, groß und hochformatig sowie klein und querformatig. In beiden entstehen durch feine Grauabstufungen gleichermaßen tiefe, diffuse Räume. In diesen Räumen schweben neben geschminkten Augen und Mündern Essiggurken, Salatköpfe oder Schokoladen. Fotorealistisch und zum Greifen nah erscheinen die Einzelteile. Doch die Bilder sind kein Abbild der Wirklichkeit, vielmehr surrealistisch anmutende Traumwelten. Erinnerungen an einen bestimmten Geschmack, an ein extremes Gefühl leiten die Künstlerin bei ihren Kompositionen.

Maria Brunner malt sehr fein, wodurch ihre Bilder eine hohe Stofflichkeit erlangen. Im Gegensatz zur malerisch präzisen Untersuchung der Oberfläche steht die inhaltliche Uneindeutigkeit in ihren Arbeiten. „Eine sehr spezifische Sinnlichkeit mit subtilem Unterton. Maria Brunner collagiert Dinge, die im Grunde nicht zusammengehören und sich dabei ideal ergänzen.“ Sie fotografiert dafür aus Zeitschriften ab, setzt immer wieder den metallischen Effekt hochglänzender Konfektpapiere ein, auch dies nach fotografischer Vorlage, oder bedient sich in einer Gouache der Zwillingsmädchen aus Stanley Kubricks Verfilmung von Stephen Kings Thriller ,Shining’.

Zum Verständnis von Maria Brunners Arbeiten spielen deren Titel eine entscheidende Rolle, Liquid Palisander, Gemalte Arznei, Put Your Eyes in Your Mouth, Titel, die offensichtlich Unvereinbares in sich tragen. Gefühltes Selbstportrait heißt ein Bild, auf dem ein Ohr an verzerrt ballonförmigen Kugeln klebt. Diese ‚Blasen’ von matter oder glänzender Oberfläche spiegeln Bruchstücke einer städtischen Umgebung wider und darin schemenhaft, ein schwarzer Umriss, die Künstlerin selbst.



* Zitat: Claudia Ihlefeld, Klebrig wie die Malerei, aus: Heilbronner Stimme, 28. Juni 2008, (erschienen anlässlich einer Einzelausstellung von Maria Brunner im Kunstverein Heilbronn).




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